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Schaden Süßstoffe der Gesundheit?

Wann immer man Zero Getränke erwähnt, werden die Augen groß. “Hast du denn nicht gehört? Da ist Aspartam drin! Das bringt dich um!” Das, ist gelinde gesagt kompletter Blödsinn. Zuckerersatzstoffe wurden erfunden, um Zucker zu ersetzen. Zucker in Getränken sorgt dafür, dass ein attraktiverer Geschmack meist auf Kosten einer höheren Energiedichte erzeugt wird. Welche Effekte das hat, hatte ich bereits in meinem Artikel „Dein Gehirn auf Diät“ beschrieben. Kombiniert man das mit ein paar Geschmacksstoffen, hat man ein leckeres Getränk. Genau das sorgt aber auch dafür, dass viel zu viel von diesen Getränken konsumiert wird und viel zu viel Zucker in diese Getränke gemischt wird. Auch wenn Coca-Cola und Pepsi das sicher nicht beabsichtigen, können ihre Produkte aufgrund des übermäßigen Konsums Schäden anrichten. Und hier kommen Zuckerersatzstoffe ins Spiel. Indem sie uns nur vorgaukeln, dass etwas süß ist, ist es lecker und wir nehmen weniger Kalorien zu uns. So die Theorie und Praxis. Aber die Verschwörungsliga hat noch etwas mitzureden.

Aspartam – Der Teufel?


Es gibt kaum einen Zuckerersatzstoff, der so oft als Feind betrachtet wird wie Aspartam. Kein Wunder, immerhin hat ihn ja Monsanto erfunden. Gut, das stimmt nicht.  Haben sie nämlich nicht. Eigentlich hat G.D. Searle den Stoff erfunden und Monsanto hat Searle gekauft. Während der Stoff dann langsam lukrativ wurde, hat Monsanto Searle in Nutrasweet ausgegliedert und Nutrasweet dann an Ajinomoto verkauft. Verwirrt? Ja, bestimmt, denn es sind so viele Firmen, dass man sich wundert, warum alle Verschwörungstheoretiker auf Monsanto rumhacken, die mit dem Thema gar nichts mehr zu tun haben. Ajinomoto ist wiederum einer der größten Konzerne Japans und stellt auch Glutamat her. Weil es dort auch eine besonders bekannte Marke ist. Ajinomoto ist vom Bekanntheitsgrad ungefähr so etwas wie Maggi in Deutschland. Knorr Suppen in Japan werden auch von Ajinomoto hergestellt, genauso wie viele bekannte Brühen, die in der japanischen Küche ihren Platz finden. Aspartam ist heutzutage mehr japanisches Produkt, als eines von Monsanto. Wer sich wundert, woher die ganzen Mythen um Süßstoffe eigentlich herkommen, darf das zum Teil einigen der Süßstoffhersteller selbst ankreiden. Denn ebenso Zuckerindustrie wie auch Süßstoffhersteller haben kein Fettnäpfchen ausgelassen, sich gegenseitig in die Karre zu fahren. Beispielsweise berichtete die Washington Post über den wahnwitzigen Streit zwischen Zuckerherstellern und den Herstellern von Glucose-Fructose-Syrup, der Corn Refiners Association.

Negativkampagnen gegen einen neueren Stoff, Sucralose, in den USA als Splenda bekannt, gibt es natürlich auch. Dort wird im Moment der Kampf mit gekauften Bewertungen geführt, bei denen dem Verbraucher weisgemacht werden soll, Sucralose wäre so giftig wie Chlor. Die Chemophobie, die dahintersteht, ist ja allgemein bekannt. Man argumentiert einfach, da wäre „Chemie“ drin. Während es stimmt, dass Sucralose ein Chlor-Molekül enthält, fallen mir zwei weitere Stoffe ein, die das ebenso tun. Salz und Magensäure. Natriumchlorid und Chlorwasserstoffsäure, wenn man sie bei ihren chemischen Namen nennt. Würde man gegen Salz wettern, weil es ja „aus Chlor gemacht“ wird, würde man wohl nur müde mit den Schultern zucken. Doch geht es um  die ach so bösen Süßstoffe, ist kein Argument zu hanebüchen. https://www.mcgill.ca/oss/article/science-science-everywhere/sweetener-battles

Denn indem man das Produkt des anderen schlecht redet, verbessert man ja seine Absatzchancen. Das ist der eigentliche Witz. Denn die meisten Kritiker käuen nur das wieder, das irgendeiner PR-Abteilung mal eingefallen ist, um sie dem Mitbewerber unterzuschieben. Schöne neue Welt, könnte man sagen, wenn der chemophobe Kritiker am Ende auch nur die PR eines anderen Konzerns wiederkäut.  

Heutzutage gibt es viele Zuckerersatzstoffe. Von Aspartam abgesehen gibt es beispielsweise noch Natriumcyclamat, Saccharin, Acesulfam-Kalium, Sucralose, Sorbitol, Xylitol, Erythritol und auf Stevia basierende Ersatzstoffe. Stevia ist relativ neu zugelassen und Sucralose ist inzwischen der beliebteste Ersatzstoff. Vor allem, weil er besser zu verarbeiten ist und weniger bitter schmeckt. Auf der anderen Seite bioakkumuliert Sucralose. Das hat sich zwar nach etlichen Prüfungen als ziemlich problemlos erwiesen, ist aber dennoch ein möglicherweise interessantes Problem für die Zukunft. Sucralose ist eine chlorierte Form von Saccharose, also Haushaltszucker. Diese Form können wir aber nicht verarbeiten, also hat sie keinen Nährwert. Im Magen zerfällt ein Teil des Stoffs durch die Magensäure in chlorierte Glucose und Fructose. Diese Stoffe werden ebenso wieder ausgeschieden, aber Personen mit einer Fructoseintoleranz könnten dadurch die blähende, sprühende Rache von Montezuma in Reinform erleben. Mit einer Fructoseintoleranz sollte man also Sucralose in hohen Mengen lieber meiden. Sucralose ist 600x süßer als Zucker. Von der aufgenommenen Sucralose werden ca. 15% aufgespalten. Wir hätten also nur wenige Milligramm an chlorierter Fructose im schlimmsten Fall im Darm. Sucralose wird auch als hitzestabil beworben. Einige Forscher sehen das etwas kritischer und argumentieren, beim Backen und Kochen mit Sucralose könnten Dioxine entstehen. Autsch.  Aber ich kenne jetzt niemanden, der Whey Protein oder Gummibären in einem Beefer auf 800° brät, daher ist das wohl weniger problematisch, als es dargestellt wird. Es gibt hin und wieder Posts von Leuten, die mit Flavdrops backen. Dies scheint zwar grösstenteils sicher zu sein, weil Kuchen und Nahrungsmittel nicht die Temperatur erreichen, bei der Dioxine entstehen. Aber wer einen Kuchen mit Süßstoffen verunstaltet, gehört für mich in einen ganz speziellen Kreis von Dantes tosendem Inferno.

Natriumcyclamat und Acesulfam-K haben ihre eigenen Gesundheitskontroversen gehabt. Natriumcyclamat sollte laut einer Studie aus dem Jahr 1969 Blasenkrebs bei Ratten erzeugen. Aber nach einigen Versuchen war niemand imstande, die Studie zu wiederholen. Die FDA hat sogar einen großen Review aller Studien veranstaltet, um das Ganze zu prüfen und es gab am Ende keinerlei Beweise, das Natriumcyclamat schädlich sei. Amüsanterweise hat man es einfach trotzdem in den USA verboten. Die EU allerdings nicht, deswegen ist es bei uns in Cola Zero und Light Getränken ausreichend vorhanden. Acesulfam-Kalium wiederum wurde in Ratten getestet. Eine Dosis die einer komplett irren Dosis in Menschen entsprach, schien Insulinausschüttung auszulösen, Dosis abhängig. Nur müsste man dafür 10g zu sich nehmen, Minimum, intravenös.  Der ADI liegt bei 15 mg/kg. Das wären also ca. 1000 % vom ADI, den sowieso keiner erreicht. Acesulfam-K ist 200 x süßer als Zucker, also würden 10 g ungefähr der Süße von 2 kg Zucker entsprechen. Die Wahrscheinlichkeit, eine solche Menge zu sich zu nehmen, ist schlicht nicht gegeben.  Eine weitere Studie untersuchte die Effekte von Tumorwirkung von Acesulfam-K. Dabei nutzten sie die Dosis von 1343 Dosen Light Getränken…, weil. Ja, weil. Mehr fällt mir zu der Dosis jetzt nicht ein, außer dass es trotzdem keinerlei Schäden gab. Vom Menschen wird Acesulfam-K unverändert ausgeschieden und bioakkumuliert dann. Ob das ein Problem ist, wissen wir eigentlich nicht so richtig. Für Menschen jedenfalls erstmal nicht. Es könnte sich auf lange Sicht allerdings in der Natur anreichern. Ob das Folgen hat, ist wie gesagt, unbekannt aber durchaus etwas, was man mal beobachten könnte.

Erythrit und Xylit werden vom Körper kaum verarbeitet, sind daher gut für den Verzehr geeignet. Einige Menschen kriegen von Zuckeralkoholen allerdings tierischen Dünnpfiff. Montezuma meldet sich und wer sich so richtig wegschmeissen möchte, liest einfach die Amazon Bewertungen von zuckerfreien Gummibären. Tiere können das Zeug nicht verarbeiten, wer seinem Hund Xylit gibt, bringt ihn damit qualvoll um. Also: Lass das. Ich glaube zwar nicht, dass man darauf extra hinweisen muss, aber Xylit gehört wirklich, wirklich weit weg von Hunden.  Ansonsten sind diese Stoffe als unbedenklich einzustufen.

Stevia ist der Shooting-Star unter den Süßstoffen, schmeckt nur ziemlich bescheiden. Steviolglycoside haben einen ziemlich bitteren Nachgeschmack, weswegen in Steviavarianten nahezu immer noch irgendwie Zucker drin ist, oder aber Sucralose. Es war mal so, dass Stevia nicht zugelassen wurde, weil sich andere Firmen gewehrt haben. Die EU hat Stevia nicht zugelassen, weil man Angst hatte, es macht unfruchtbar. Währenddessen wurde es in Japan schon 20 Jahre benutzt. Coca-Cola wiederum fand das blöd, hat seine Lobbygelder benutzt und eine Studie nach der nächsten durchführen lassen und es kam raus, was man in Japan schon in den 80ern erforscht hatte. Stevia macht nicht impotent, süßt gut und schmeckt etwas strengt. Zack, EU Zulassung. Die von mir gern getrunkenen Bolero Drinks beispielsweise kombinieren Sucralose mit Stevia. Die Kombination ist einigermaßen genial. Stevia und Sucralose in Kombination bieten eine sehr starke Süsskraft, die bei anderen Kombinationen oder auch nur dem Einsatz eines der beiden Stoffe einen unangenehmen Nachgeschmack mitbringen würden. Dieser ist in der richtigen Kombination tatsächlich unproblematisch und quasi nicht vorhanden. Der einzige Nachteil dieser Kombination ist für mich, dass Hersteller nun weil sie es können, einfach viel zu viel davon verwenden und ob Proteinpulver oder Mixgetränke, sie werden einfach VIEL zu süß. Liebe Hersteller, ein bisschen Zurückhaltung bitte.

Kommen wir zum Darling der Verschwörungstheoretiker. Aspartam. Nun, die Zulassung war ein starkes Stück, sie bietet zumindest tatsächlich ein bisschen Stoff für Kritik. Searle hatte die Zulassung beantragt. Monsanto hatte Searle gekauft und dann ein unabhängiges Labor mit der Prüfung beauftragt. Im Rahmen einer größer angelegten Überprüfung von Zulassungsverfahren fielen später bei der FDA zwei andere Stoffe auf, die nicht Aspartam waren, aber im gleichen Rahmen geprüft wurden. Die FDA prüfte das Labor und… machte es dicht. Das Labor, Industrial Biotest Laboratories (IBT), hatte schlicht eine unglaubliche Menge Studien gefälscht, die Daten an Monsanto/Nutrasweet gesendet und damit die Zulassung erreicht. Zwei externe Labore wurden dicht gemacht und eine Unmenge Stoffe kamen auf die Prüfliste. Die Betreiber der Labore gingen in den Knast.  Monsanto musste ordentlich Geld blechen, um die gleichen Studien nochmal durchführen zu lassen, bekam eins auf die Nuss von der FDA und es kam raus: Aspartam ist harmlos. Während es in den USA etwas zu früh zugelassen wurde und man sich dabei auf noch unbekannte Daten berief, ließ die FDA Aspartam bereits 1981 zu, für Getränke aber erst deutlich später. Während frühe Zulassungen in der EU bereits in den 80ern kamen, dauert es bis 1994 bis eine vollständige Überprüfung abgeschlossen war. 2002 wurde eine erneute Sicherheitsüberprüfung abgeschlossen und wieder war Aspartam harmlos. Aber bis heute hören wir noch: “MONSANTO MANIPULIERT STUDIEN!” Eigentlich war das IBT. Was Monsanto heute macht, ist Studien durchführen und Wissenschaftler dafür bezahlen, dass sie auch ihren Namen draufstehen haben. Das ist nicht illegal, aber irgendwo sicher verwerflich. Dennoch sind die Studien nicht gefälscht. Man schmückt sich mit Namen von Experten. Das ist allerdings eine völlig andere Baustelle. IBT gibt es soweit ich weiß nicht mehr, drei Chefs sind dafür in den Knast gegangen und die FDA erfordert von allen Laboren heutzutage die Einhaltung der GLP – Good Laboratory Practice. Jeder Chemiestudent und Laborant, weiß, wieviel Arbeit das ist, wie nervig das ist und trotzdem zeigt uns die IBT Geschichte, dass es nötig ist. Aber zurück zu Aspartam, denn was ist das überhaupt?

Aspartam ist eine Mischung aus drei Stoffen, die im Körper auch direkt wieder zerfallen. Es ist süß, es ist günstig und es ist in Coke Zero. Der Stoff zerfällt relativ schnell in Asparaginsäure, Phenylalanin und Methanol. Asparaginsäure finden wir deutlich mehr in Molke, es ist eine bekannte Aminosäure. Phenylalanin ist ebenso eine Aminosäure. Die vertragen jedoch einige Personen mit einem Gendefekt namens Phenylketonurie nicht. Wenn du Phenylketonurie hast, bringt dich Aspartam um, weil Phenylalanin drin ist. Übrigens auch in Unmengen anderer Proteine, wie Ei, Molke oder Casein. Das bringt dich dann alles um. Das weißt du aber, weil es erstens bei der Geburt getestet wird und zweitens, weil du sonst schon an jedem zweiten Nahrungsmittel einen Grund gefunden hättest, im Krankenhaus zu landen. Bleibt Methanol, das doch ein bisschen böse ist. Methanol ist eine Quelle von Ameisensäure im Organismus. Dem Stoff, der dich beim Trinken von Methanol erblinden lässt. Es ist nahezu in jedem Nahrungsmittel ein bisschen drin und unser Körper kann damit zu einem gewissen Grad umgehen. Überschreitest du diesen Grad, ist das schlecht. Methanol ist das Zeug, was in Fuselalkoholen drin ist. Da die Dosis das Gift macht, kommt es nun darauf an, wieviel Methanol denn da so drinhängt. 10% des Gewichts von Aspartam werden im Körper zu Methanol. Der Grenzwert von Aspartam liegt bei 40 mg/kg. Ein 75kg schwerer Mensch müsste sich am Tag ca. 5 Liter reinhauen, damit er diesen Wert erreicht, bei 600mg/L in Light Getränken. Meist ist weniger drin, weil es ja noch andere Süßstoffe gibt. Damit erreicht derjenige dann den ADI, also 1% der Schadbarkeitsgrenze. Nimmt man realistische Werte, muss man übrigens 15 Liter bis zum ADI und ca. 375 Liter bis zur möglichen Schadwirkung von Aspartam trinken. Wird dir grad klar, wie doof das ist? Ja, Methanol ist schädlich, aber es ist schlicht unmöglich, so viel Aspartam zu konsumieren, dass es problematisch wird. Und der Witz ist ja, mit Früchten und Fruchtsäften nimmst du oft deutlich mehr davon auf, als du mit Light Getränken könntest. Bevor das passiert, platzt dir der Schädel durch zu viel Flüssigkeit und ja, daran kann man wirklich sterben.

Aspartam ist das Opfer einer Ideologie, die Monsanto an den Karren will, weil IBT scheiße gebaut hat. Sind wir ehrlich: Das war auch scheiße. Unter den Originalbedingungen hätte Aspartam nicht zugelassen werden dürfen. IBTs Studien waren hinfällig. Dennoch haben inzwischen hunderte Studien belegt, dass Aspartam völlig in Ordnung ist. Die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat ein fast 300 seitiges Gutachten veröffentlicht, dass ich in den Quellen verlinke. JEDE Frage über Aspartam wird dort beantwortet.

Schütten Süßstoffe Insulin aus?


Bleibt noch das Thema Insulin. Sorgen Süßstoffe für Insulinausschüttung? Nein, in jedem Fall nicht in Mengen, die realistisch sind. Das wurde mehrfach untersucht. Deswegen sorgen sie auch nicht über den Blutzucker dazu, dass du nun mehr isst. Sorgen sie dafür, dass du mehr isst, generell?

Diese Frage ist hochinteressant. Es gibt einige Studien, die sich mit dem Thema Insulinresistenz und Sensibilität des Hirns auseinandersetzen. Wie wir gleich sehen, muss man allerdings aufpassen. Ein Problem in der Wissenschaft wenn es um Verhalten geht, ist die übertriebene Bewertung von Neurokorrelaten. Neurokorrelate sind das was passiert, wenn man anhand einer Messung der Aktivität im Hirn davon ausgeht, dass etwas passiert ist. Es gilt aber immer, diese auch in der Praxis ausreichend zu kontrollieren. In einer Studie von Dana Small und ihren Kollegen beispielsweise wurden jeweils Erwachsenen und Jugendlichen in zwei verschiedenen Experimenten ein Getränk eingeflößt, in dem entweder nur Sucralose, nur Sucrose (Zucker) oder eine Kombination aus Maltodextrin und Sucralose vorhanden war. Das ging über zwei Wochen und dann wurden jeweils vorher und nachher die Reaktionen im Magnettomographen sowie die orale Glucosetoleranz überprüft. In der jugendlichen Gruppe wurde hingegen nur die HOMA-IR, ein Wert aus Fastenglucose und Fasting Insulin am morgen, geprüft. Was die Probanden sonst so gegessen haben, wurde nicht überprüft. Weder wieviel, was, noch in welcher Makronährstoffverteilung und deswegen ebensowenig, ob sich während des Zeitraums etwas veränderte. Die Idee war nun, das Maltodextrin und das entkoppeln der Sucralose von der Wahrnehmung der Süße würde zu einer stärkeren Insulinresistenz führen. Es zeigten sich einige Effekte in der Kombogruppe, entgegen des Entkoppeleffekts. Sieht man sich die Daten allerdings genau an, sind diese Effekte eher minimal. In der Jugendlichengruppe hat man das Experiment abgebrochen, weil Insulinresistenz sichtbar wurde. In der Sucralosegruppe und der Sucrosegruppe hingegen war das Ganze nicht sichtbar. Man prüfte dann auch die Reaktion einiger Hirnareale, die tatsächlich in der Kombogruppe ohne Geschmack auch eine verminderte Reaktion zeigte. Nun, was schließt man aus so einer Studie? Wenn man gegen Süßstoffe ist, könnte man darauf hinweisen, dass eine Reduktion der Hirnaktivität sichtbar war und auf die minimale Veränderung der Insulinresistenz hinweisen. Wenn man aber stattdessen auch nur minimal mitdenkt, sieht man die Limitationen der Studie. Keine Überprüfung der Nahrungsmittelaufnahme. Die klassische Nutzung eines Süßstoffs ist nicht in einer Umgebung, in der keine Geschmacksträger stattfinden. Die Zahl der Probanden war so niedrig, dass jede statistische Power-Analyse die zehnfache Menge Probanden ausspuckt, damit man Aussagekraft findet. Dazu kommt der Effekt, dass nunmal Sucrose und Maltodextrin nichtmal vergleichbar sind. Eines der Mittel besteht zu 50% aus Fructose, das andere Mittel ist 100% aus komplexen Kohlenhydraten aufgebaut, die im nächsten Schritt zu Glucose werden. Als Anfangsexperiment ganz interessant um zu verstehen, ob es vielleicht Effekte gibt, aber wir sollten immer bedenken: In der Studie wurden Süßsstoffe alleine getestet. Und da gab es keine Probleme. Und der interessanteste Fall wäre gewesen, Süßstoffe und  Sucrose zusammen zu nutzen, damit auch tatsächlich geprüft werden könnte, ob es einen Effekt mit Kohlenhydraten gibt oder aber dieser völlig anders aussieht. Diese eine Studie zeigt uns entgegen der Behauptungen einiger Autoren eben nicht, dass Süßstoffe und Kohlenhydrate zusammen ein Problem darstellen. Sie suggerieren hingegen, dass Geschmack eine Rolle spielt, die ergründet werden sollte. Wenn es um Menschen geht, macht es deutlich mehr Sinn, sich Studien anzusehen, die die Auswirkungen von Süßstoffen auf ihr Essverhalten untersuchen.

In einer Blindstudie beispielsweise wurde Probanden jeweils ein Getränk mit Süßstoff gegeben. Den einen wurde erzählt, es wäre Zucker, die anderen haben aufgetischt bekommen, es wäre Süßstoff ohne Kalorien. Die Gruppe, die dachte das Getränk hatte Kalorien, hat danach weniger gegessen als die Gruppe, die vom Süßstoff wusste. Es ist nicht so, dass Süßstoff hungrig macht, es ist eher so, dass du die “fehlenden“ Kalorien kompensieren willst. Genau wie beim Sport, wo auch das Motto oft gilt “Hach, jetzt hab ich was verbraucht, da hab ich mir eine Belohnung verdient”, verarschen sich die Probanden auch bei Süßstoffen gerne selbst. Wenn du hingegen auf deine Energiezufuhr achtest, hast du von Light Getränken nichts zu befürchten.

Eine aktuelle Studie von Ebbeling und Kollegen untersuchte Probanden über ein Jahr. Sie bekamen zwölf Monate lang Getränke zum Konsum, die entweder mit Zucker, Süßstoff oder gar nicht gesüßt waren. Untersucht wurden dabei das Körpergewicht, Blutfette aber auch die Präferenz für Zucker und die Schwelle, aber der Süße wahrgenommen wurde. In der Zuckergruppe wurde Gewicht zugelegt, in der ungesüßten und Süßstoffgruppe haben beide Gruppen abgenommen. Die Idee, dass man sich seinen Gaumen mit Süßstoffen versaut, zeigte sich auch nicht. Die Süßstoffgruppe hat genau wie die ungesüßte Gruppe sogar eine geringere bevorzugte Konzentration im Blindtest angegeben. Nur die ungesüsste Gruppe konnte Süße auch in deutlich niedrigeren Konzentrationen nach einem Jahr wahrnehmen. Es stimmt also zumindest, dass die bevorzugte Konzentration an süßem Geschmack angelernt ist und sich verändern kann.

Ein Review von Samar Ahmad und Kollegen untersuchte die Frage, inwieweit Studien eine Veränderung von Hormonkonzentrationen nach der Gabe von Aspartam und Sucralose belegen würden. Die Kurzfassung: Die Evidenz ist mehr oder weniger in alle Richtungen gestreut. Je nach Protokoll verbessern Süßstoffe die Insulinsensibilität oder verschlechtern sie. Die absolute Mehrheit der Studien stützt allerdings die Behauptung, dass Insulinsensibilität, Blutzuckerwerte oder andere Sättigungshormone wie GLP-1 durch Süßstoffe beeinflusst würden, nicht. Es ist anzunehmen, dass hier andere Faktoren, wie beispielsweise Gewichtszunahmen und Abnahmen, eine entsprechende Rolle spielen, die nicht einbezogen wurden.  

Nimmt man durch Süßstoffe zu oder ab?


Aber auch das wurde untersucht. Epidemiologische Studien assoziieren Süßstoffe oftmals mit Gewichtsveränderungen. Gerade wiedermal eine Studie aus dem Canadian Medical Journal. Randomisierte Kontrollstudien hingegen so gut wie nie und langfristige Kohorten sind selten klar. Warum ist das wohl so? Nun, meine Erklärung ist simpel. Wer dicker wird, möchte oftmals sein Gewicht kontrollieren. Das wiederum führt zu dem Wunsch, weniger Kalorien aufzunehmen und damit oft zu Süßstoffen, um Zucker einzusparen. Dasselbe gilt für Diabetiker. Dickere Menschen und Typ 2 Diabetiker, welche oftmals beides sind, neigen somit zu höherem Konsum von Süßstoffen. Die gleiche Personengruppe neigt auch dazu, kränker zu werden aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Deswegen zeigen randomisierte Kontrollstudien diesen Effekt normalerweise nicht: Es sind nicht die Süßstoffe, die denjenigen dick machen, es ist das dicker sein, das meist zum Süßstoffkonsum führt. Eine Studie zum Nahrungsverhalten der Universität von Illinois stützt diese Aussage. In einer Untersuchung über 10 Jahre wurde der Konsum verschiedener Getränke mit dem Konsum anderer Nahrungsmittel in Verbindung gesetzt. Dickere Probanden, die Diet Drinks bevorzugten, wiesen eine besonders große Menge an Junk-Food Konsum auf. Die Studienautorin Roupeng An vermutete, dass sich die Probanden da sie ja Diet Drinks trinken, eben sonst gerne etwas gönnen. Normalgewichtige Personen die eine Menge mit Zucker gesüßter Getränke wie Cola tranken, wiesen hingegen eine eher niedrigere Menge Junk-Food auf.

In einer Studie von Anne Raben, Arne Astrup und Kollegen wurden Probanden in eine Gruppe mit einem zuckergesüßten und in eine Gruppe mit einem Süßstoff gesüßten Getränk eingeteilt. Die Zuckergruppe nahm in dieser Zeit zu, die Süßstoffgruppe hingegen ab. Dieses Ergebnis steht entgegen der Behauptung, Süßstoffe würden das Hirn verwirren und zu mehr Konsum führen. Denn die Patienten haben hier die Kalorien nicht kompensiert. In einer Studie unter der Leitung von Carmen Piernas an 318 Probanden als Teil der CHOICE Studie, haben Probanden ihre Ernährung entweder mit Wasser oder mit Süßstoffen versetzten Getränken ergänzt. Die Probanden wurden über sechs Monate verfolgt und ihr Essverhalten analysiert. Beide Gruppen reduzierten ihre Kalorienzufuhr gegenüber der Kontrollgruppe ähnlich hoch. Die Gruppe mit Süßstoffen allerdings zeigte sich deutlich weniger interessiert an Desserts, was nahelegt, dass ihre wahrnehmungsspezifische Sättigung für Süßes auch durch die Süßstoffe erreicht werden konnte.

In einer Studie von Van Wymelbeke und Kollegen wurden Probanden verschiedenste Drinks mit Süßstoffen oder Zucker gegeben. Die Probanden tranken über den Vormittag zwei Liter des Getränks, das jeweils entweder ca. 100 g Sucrose auf einen Liter oder aber eine vergleichbar enorme Dosis Süßstoffe enthielt. Die Probanden wurden dann über den Tag verfolgt und hatten jeweils Zugang zu Buffets und konnten essen wie sie wollten. Beide Gruppen hatten keine Ahnung, welchen Drink sie bekamen und der Effekt auf die Nahrungsmittelzufuhr wurde gemessen. Im Ergebnis nahm die Gruppe mit Süßstoffen 10-15% weniger Energie auf als die Sucrose Gruppe.

In einem ebenso hochinteressanten Experiment, dass ich vor einigen Jahren gelesen habe aber einfach nicht wiederfinde, wurde zwei Gruppen der gleiche Drink gegeben, gesüßt mit Süßstoffen. Einer Gruppe wurde gesagt, sie würden gezuckerte Drinks bekommen, der anderen wurde der Inhalt an Süßstoffen offenbart. Das Ergebnis war, dass die Zuckergruppe deutlich weniger zu sich nahm als die Gruppe, die vom Süßstoff wusste. Auch das legt wiederum nahe, dass wir Menschen gerne mal kompensieren, wie auch bereits in der dekadenlangen Studie von Roupeng An vermutet wurde. Wer denkt, dass noch Kalorien offen sind, kompensiert diese dann im Vergleich durch eine erhöhte Kalorienzufuhr. Beide Gruppen haben übrigens ihre normale Tageszufuhr gegessen. Und wenn ich diese Studie endlich wiederfinde, werde ich sie auch nochmal einfügen. Solange: Sorry, ich suche noch danach.

Verändern Süßstoffe deine Darmbakterien/das Mikrobiom?



Eine Studie muss ich wohl noch adressieren. 2015 wurde eine Studie von Jotham Suez und Kollegen vom Weizman Institute im Journal Nature veröffentlicht. In der Studie wurden Ratten mit hohen Mengen Süßstoffen, insbesondere Saccharin, Aspartam und Sucralose, gefüttert. In Woche 0 und 11 wurde jeweils der Kot der Ratten auf Bakterien untersucht und das Mikrobiom der Ratten aufgeschlüsselt. Gleichzeitig wurden bei den Ratten die Reaktionen auf eine Gabe von Zucker gemessen, um die Glucosetoleranz zu ermitteln. Das Paper zeigte eine deutlich verringerte Toleranz der Ratten nach der Gabe aller drei Süßstoffe. Diese Effekte brachten die Forscher mit einer Veränderung im Mikrobiom in Verbindung, weil sie nun eine erhöhte Menge Bacteroides Bakterien nachweisen konnten. Die Gabe von Antibiotika schien diesen Effekt nun zu bestätigen. Doch die Studie ist nicht ohne Probleme. Die Bacteroides Gruppe ist normalerweise im Menschen mit Fleischkonsum und Proteinverdauung verbunden. Ebenso kommt sie witzigerweise eher in dünneren Menschen vor, weniger in Personen mit metabolischem Syndrom. Die Ratten in der Studie waren außerdem in Non-responder und Responder unterteilt. Auch das macht wenig Sinn, denn der Effekt bei einer solchen Gabe sollte nahezu uniform sein. Warum haben einige Ratten nun ihr Microbiom verändert, andere nicht? Bei diesen Studien werden nahezu identische Tiere der gleichen Gattung verwendet, das ist somit ziemlich komisch. Ein weiteres Problem liegt darin, dass vor allem die Ergebnisse der Saccharin Experimente betont wurden, diese aber nun mit Aspartam und Sucralose in Verbindung gebracht werden. Die Effekte aller drei Süßstoffe sollen auch laut der Studie identisch gewesen sein. Das macht wiederum überhaupt keinen Sinn. Aspartam ist ein Dipeptid aus Aminosäuren, Sucralose ist chlorierte Saccharose und Saccharin ein durch eine Sulfongruppe chemisch modifiziertes Phtalimid. Diese drei Stoffe haben einfach mal gar nichts gemeinsam. Nichts! Das drei komplett verschiedene Stoffe zu ein und derselben Wachstumsveränderungen führen sollen, ist doch sehr weit hergeholt. Oftmals werden in solchen Studien dann statistische Verfahren genutzt, die die “Andersartigkeit” der Gruppen vom Ausgangspunkt darstellen sollen. Hier soll aber schlicht das Gleiche bei allen Probanden passiert sein. Das wäre einmalig. Ich vermute hier eher eine Art Reporting-Fehler. Die Studie hat uns leider nichts gegeben, was die Unterschiede zwischen den verschiedenen Ratten gezeigt hat und auch nicht, inwieweit bestimmte Kulturen bei verschiedenen Subjekten verschiedene Entwicklungen gezeigt haben. Der Hauptakteur der Studie war Saccharin, welches allerdings 2004 auch von einer groß angelegten Analyse genau von solchen Problematiken freigesprochen wurde. Nur macht Saccharin heute gerade mal 13% des gesamten Süßstoffkonsums aus. Aus diesem Grund können wir auch hier keine Schlüsse auf andere Stoffe ziehen, selbst wenn wir die Ergebnisse der Suez Studie so interpretieren, wie die Autoren. Und genau das sollten wir nicht.



Fazit: Süßstoffe sind größtenteils sicher. Ein paar bioakkumulieren, schaden uns aber nicht. Ist was für die Zukunft, mal gucken. Ein paar sind umstritten aber trotzdem harmlos, weil wir kotzen, bevor wir 1% der strittigen Werte erreichen. Einige sind erst durch Lobbyarbeit groß geworden und wurden vorher geliebt, jetzt gehasst, weil Coca-Cola an der Zulassung beteiligt war. Verstehe einer die Leute. Und dann gibt es noch die Zuckeralkohole wie Xylit, die zwar lecker sind, aber gerne deinen Hund umbringen. Weswegen du das Zeug besser nur selbst isst. Wir lieben die kleinen Scheißer ja. Ein kleines Schmankerl am Ende dieses Kapitels: Xylit tötet nicht nur Hunde, sondern auch Bakterien. Und zwar die Bakterien, die deine Zähne angreifen. Deswegen ist Xylit in allen Zahnpflege Kaugummis drin. Und in Experimenten ausreichender Anzahl wurde bereits bewiesen, dass Xylit Karies vorbeugt. Und das nicht nur bei dir. Eine Studie an Müttern und jungen Kindern hat gezeigt, dass Mütter die Xylit Kaugummis kauen, deutlich weniger oft mit ihrem Kind zum Zahnarzt müssen, weil sie beim Knutschen die Bakterien nicht übertragen. Hattest du als Kind Karies, kannst du deiner Mama jetzt wohl sagen, dass sie dich mit Löchern angesteckt hat. Aber du weißt es besser, nimmst Xylit. Interessanterweise hat Xylit auch einen vorbeugenden Effekt auf Mittelohrentzündungen bei Kindern. Das wiederum ist für jedes geplagte Elternteil hochinteressant, das bisher ohnmächtig gegenüber dieser wirklich unfairen Problematik war. Auch für deine Partner sicher nett. Aber das Fazit bleibt, Süßstoffe die heutzutage zugelassen sind, sind für den Menschen unschädlich. Auch wenn die Zulassung manchmal etwas abenteuerlich war.



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